Finger weg vom Bitcoin!

Aller reden aktuell vom Bitcoin: „Wenn du ein paar Hundert Euro übrig hast, dann nutze die Gelegenheit.“ – so lauten die Tipps schon im Bekanntenkreis. Ich würde mich da gerade sehr zurückhalten. Der Grund dafür, warum der Bitcoin steigt ist: er steigt, weil er lange gestiegen ist – jetzt will jeder aufspringen. Unterm Strich ist diese Währung jedoch nichts anderes als ein Fantasieprodukt, das völlig wertlos ist. Hier erkläre ich, warum ich NIEMALS Bitcoin kaufen würde. Wobei ich betone, dass das nur meine subjektive Meinung ist.

Warum steigt der Bitcoin aktuell?

Der Bitcoin hatte nach einem High von fast 20.000 USD im Jahr 2017 einen tiefen Fall erlebt und dümpelte lange Zeit vor sich hin. Jeder. der so etwas schon erlebt hat weiß, was das heißt:

„Keine Zinsen, keine Dividenden. Über Jahre!

Genau das ist für mich schon einer der wichtigsten Gründe, warum ich nie welche kaufen würde. Wer im Minus ist, der kann sich entscheiden zwischen dem Verkauf mit Kursverlusten oder zu warten. Zu warten, bis der Kurs vielleicht doch noch wieder steigt. Solche Phasen können schnell vorbei sein, manchmal aber auch mehrere Jahre dauern. Währenddessen liegt das Geld nutzlos im Depot herum und erzielt keinerlei Einnahmen.

Die Angst vor dem Währungscrash

Seit dem Ausbruch der Covid 19 – Krise, hat sich der Kurs erholt. Er ist immer weiter gestiegen. Im Januar 2021 bereits kurzzeitig auf einen Rekord von 33.000 USD. Einer der Gründe dafür war vermutlich die Angst der Bürger vor einem Verfall der Weltwährungen. Angesichts der riesigen Neuverschuldungen, die auf die meisten Länder der Welt zukommen, keine unrealistische Annahme. War früher Gold der sichere Hafen, nimmt nun der Bitcoin offenbar für viele diese Rolle ein.

SEO Blogger treiben Bitcoin-Kurs voran

Als SEO Blogger kann ich der Sache etwas hinzufügen: Seit ungefähr 2018 habe ich in meinen Blogs unzählige Artikel veröffentlicht, bei denen es um Bitcoin ging. Dabei ging es immer um Anbieter, die einen „Bitcoin Handelsroboter“ anbieten. Dieser verdient quasi automatisiert Geld. Anleger müssen lediglich ein paar Tausend Euro überweisen, den Rest macht die Maschine. Schon lange vor Covid gab es diese Angebote.

Der Markt für Bitcoin ist nicht reguliert und zieht somit viel „dummes Geld“ an.

Warum macht man so etwas ausgerechnet für Bitcoins? Ganz einfach, weil der Markt nicht reguliert ist. Theoretisch kann jeder die Digitalwährung kaufen. Das heißt, man kann ohne viel Kontrolle und Verwaltungkram Leuten das Geld aus der Tasche ziehen. Die Händler und ihre Bots verdienen nämlich an den Transaktionen. Also am Kauf und Verkauf. Für Kursverluste haften sie nicht. Wenn man als Normalverbraucher im Web unterwegs ist, dann ist die Verlockung natürlich groß, reißerischen Anzeigen zu folgen. Vor allem in einer Krise, in der sich viele nach alternativen Einkommensquellen umsehen müssen, weil ihr Geschäft im Lockdown geschlossen wurde. Hier ein Bericht darüber, dass in Zeiten von Corona immer mehr an die Börse gehen: https://www.abendblatt.de/wirtschaft/article229316428/Trotz-Krise-Warum-es-die-Deutschen-jetzt-an-die-Boerse-zieht.html – Nicht nur in Deutschland ist das so.

 

Institutionelle Investoren

Man muss sich das also so vorstellen: Es gibt eine Krise, bei der viele ihr Einkommen verlieren und / oder einen Währungscrash fürchten. Die Menschen lesen Artikel über Bitcoin Bots, die einem ermöglichen automatisiert Geld zu verdienen. Also beginnt Kapital in den Markt zu fließen. Die Kurse steigen langsam an. Mit den steigenden Kursen mehren sich die Berichte in den sozialen Medien und Blogs von Leuten, die mit Bitcoin jetzt eine Rendite 50% oder 100% gemacht haben. Die Welle erreicht wohlhabendere Schichten und diese rufen dann ihre Vermögensverwalter an:

„Bitte stellen Sie sicher, dass ich am Botcoin Boom teilhabe, ansonsten suche ich mir einen anderen Finanzberater.“

Für Finanzberater und Banker ist dies ein schwieriger Spagat. Sie können bei solchen Renditen nicht zu ihren Kunden sagen: „Tun Sie es nicht“. Daher fließt dem Geld „dummer“ Anleger das Geld von Profis hinterher. Die Kurse steigen, weil die Kurse steigen.

 

PayPal ermöglicht Transaktionen in Krypotwährungen

Je größer der Boom, umso größer die Menge derer, die gerne mitkassieren möchten. Nun kündigt PayPal an, dass sie ihren Kunden Zahlungen und Transaktionen in Kryptowährungen ermöglichen werden. Warum auch nicht.

„PayPal ist die Kursentwicklung der Kryptowährungen eh scheißegal“

Sie verdienen ihr Geld damit, dass Kunden es hin und her schieben. Wie sich die Kurse entwickeln, das ist für sie unwichtig. Dennoch nahmen Anleger diese Aussage als positives Kaufsignal auf. Nun kann jeder ganz einfach Kryptowährungen kaufen.

 

Warum der Bitcoin keine gute Anlage ist

Klar, es kann sein, dass der Bitcoin in den nächsten Jahren oder Monaten noch viel wertvoller wird. Vielleicht steigt er auch um das Hundertfache. Dennoch würde ich da mein Geld nicht reinstecken. Einfach aus dem Grund, weil ich weiß, dass das nicht ewig so weitergehen kann. Und wenn irgendein Großanleger Zweifel bekommt und das Geld herauszieht, dann geht die Verkaufswelle los. Solche Blasen platzen immer nach dem gleichen Muster.

Hier meine Gründe, warum ich das denke:

Es gibt ein großes Problem mit dem Bitcoin. Aufgrund seiner Gestaltung ist der in seiner Geldmenge begrenzt. Sie sind so programmiert, dass die maximale Anzahl niemals 21 Millionen überschreiten wird. Dadurch wird er als internationales Zahlungsmittel nur eine limitierte Zukunft haben. Gold dagegen gilt in der ganzen Welt als quasi Währungsersatz und wird überall akzeptiert.

Wenn eine anonyme Kryptowährung zu erfolgreich wird, dann werden das die Zentralbanken großer Länder das nicht ewig tolerieren. Es kann sein, dass die USA und die EU irgendwann damit jegliche Transaktionen verbieten. China ohnehin, denn sie mögen es eh nicht, wenn ihre Bürger Geheimnisse haben können. Aber auch die Amerikaner werden sich die weltweite Macht der Fed nicht nehmen lassen wollen.

Hinter dem Bitcoin steckt kein Vermögen. Da ist nichts. Als General Motors pleite ging, da konnte das Vermögen veräußerst werden: Immobilien, Maschinen usw. Aber beim Bitcoin, was gibt es da zu holen? Nur heiße Luft. Es gibt niemanden, den man verklagen könnte und keinerlei Hinterlegung mit irgendwelchem Vermögen. Zudem ist die Wertermittlung rein spekulativ. Es gibt keine Gewinne, keinen Cash-Flow… nichts.

 

Fazit

Der Boom des Bitcoin basiert meiner Ansicht nach nur auf der Tatsache, dass die Kurse anfingen zu steigen. Anschließend wollte jeder mit dabei sein. Sollten die Covid-Impfungen funktionieren und sich die Weltwirtschaft erholen, dann droht vielleicht das böse Erwachen.

Aber selbst wenn nicht. Wenn die Kurse nur leicht wieder fallen. Dann beginnt für Anleger eine lange Zeit des Wartens auf bessere Kurse. In dieser Zeit erhalten sie keine Dividenden.

 

Nachträge & Lesetipps

In meinem Artikel schreibe ich, dass einer der Gründe für den Erfolg ist, dass es sich beim Bitcoin-Handel um einen unregulierten Markt handelt. Angesichts der Tatsache, dass mittlerweile so viel Kapital in den Markt fließt, hat EZB-Chefin Lagarde angeregt die Finanzaufsicht einzuschalten, um eine Regulierung in die Wege zu leiten.

Ein deutscher Programmierer hat auf seiner Festplatte Bitcoins gekauft. Ihr Wert liegt mittlerweile bei 250.000.000 Euro. Problem: Er hat das Passwort vergessen und kommt nicht an die verschlüsselte Festplatte heran. Auch das ein Problem der Digitalwährung.

 

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